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Chemiebranche in Belgien

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Wussten Sie, dass Belgien, gemessen am Pro-Kopf-Umsatz, weltweit führend in der Chemie- und Kunststoffindustrie ist?

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Wussten Sie, dass das Land bei der Entwicklung neuer Medikamente, vor allem gegen Krebs, in Europa führend ist? 

Und wussten Sie, dass die belgische Biotechnologie weltberühmt ist?

Praktisch alle Chemie- und Pharmaunternehmen haben einen Produktionsstandort oder ein Forschungszentrum in Belgien. Außerdem gibt es in diesem Sektor zahlreiche KMU und Start-ups.

FAQ

Warum ist der Chemiesektor für die belgische Wirtschaft so wichtig?

Die Chemie- und Life-Sciences-Industrie zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen Belgiens. Rund 97.400 Beschäftigte arbeiten in etwa 720 Unternehmen der Branche. Zudem stammen 33 % der belgischen Exporte aus Chemie und Life Sciences. Mit einer Exportquote von 90 % und chemischen Ausfuhren im Wert von 161 Mrd. € zeigt die Branche ihre hohe internationale Bedeutung.

Welche EU-Länder sind die wichtigsten Abnehmer belgischer Chemieexporte?

Deutschland ist 2025 der wichtigste Absatzmarkt für belgische Chemieprodukte mit Exporten im Wert von rund 15,7 Mrd. €, gefolgt von den Niederlanden (14,8 Mrd. €) und Irland (14,4 Mrd. €). Zu den weiteren wichtigsten Exportmärkten zählen Italien, Frankreich, Spanien, Österreich, Polen, Finnland und Tschechien. Dies unterstreicht die starke Vernetzung der belgischen Chemieindustrie innerhalb Europas.

Warum gilt Belgien international als attraktiver Standort für die Chemie- und Pharmaindustrie?

Belgien zählt zu den führenden Chemie- und Pharmastandorten Europas. Die zehn größten internationalen Chemie- und Pharmaunternehmen sind im Land vertreten. Zudem ist Belgien Europas zweitgrößter Chemieexporteur und weltweit führend beim Pro-Kopf-Verkauf chemischer Produkte. Eine hohe Innovationskraft unterstreicht diese Position: Mit einer F&E-Intensität von 3,36 % des BIP belegte Belgien 2024 den zweiten Platz in der EU. Zudem bleiben 74 % der belgischen Chemieexporte innerhalb Europas, während 26 % in Märkte außerhalb Europas gehen. Auch für Deutschland hat der Sektor eine hohe Relevanz: Der Hafen Antwerpen-Brügge mit seinem Chemiecluster ist für NRW ein wichtiger Import- und Exporthafen.

Wie fördern Flandern und Wallonien Fachkräfte und Innovationen in der Chemie- und Biotechbranche?

Die Regionen Flandern und Wallonien verfolgen eigene Initiativen, um ihre Expertise in der Chemie- und Biotechnologie auszubauen. In der Wallonie stärken neun neue Biotech-Partnerschaften die Innovationskraft der Region. In Flandern bereitet das Ausbildungszentrum ViTalent gemeinsam mit Unternehmen wie Janssen Pharmaceutica und Pfizer Fachkräfte gezielt auf Karrieren in der Pharma- und Biotechindustrie vor.

Welche Herausforderungen beeinflussen die Wettbewerbsfähigkeit der belgischen Chemieindustrie?

Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen die hohen Strom- und Arbeitskosten. Mit einem Strompreis von 35,7 Cent pro kWh in der ersten Hälfte 2025 gehört Belgien zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen in Europa. Gleichzeitig stellen die Lohnindexierung und der anhaltende Fachkräftemangel viele Unternehmen vor Herausforderungen. Positiv ist, dass die Gaspreise in Belgien im europäischen Vergleich zuletzt wettbewerbsfähig waren.

Warum ist der Hafen Antwerpen-Brügge für die Chemieindustrie so bedeutend?

Der Hafen Antwerpen-Brügge beherbergt das größte integrierte Chemiecluster Europas und ist das zweitgrößte Chemiezentrum der Welt nach Houston. Die hervorragende Logistik mit Schiff, Bahn, Straße und Pipeline macht den Hafen zu einem zentralen Knotenpunkt für die chemische und petrochemische Industrie. Für den Transport von Rohstoffen stehen rund 1.000 km Pipelines zur Verfügung, von denen 90 % von der Chemie- und Petrochemiebranche genutzt werden. Zudem verfügt der Hafen über 6,15 Mio. m² Lagerfläche sowie 9,6 Mio. m³ Lagerkapazität für flüssiges Massengut.

Was ist Antwerp@C und welches Ziel verfolgt die Initiative?

Antwerp@C ist eine gemeinsame Initiative des Hafens Antwerpen-Brügge und Unternehmen wie BASF, ExxonMobil, INEOS, Borealis, Air Liquide, TotalEnergies und Fluxys. Ziel ist es, die CO₂-Emissionen im Hafen bis 2030 um 50 % zu reduzieren. Dafür setzt das Projekt auf die Abscheidung, den Transport und die Speicherung von CO₂ (CCS) sowie dessen Wiederverwendung als Rohstoff. Im Jahr 2022 erhielt Antwerp@C 144,6 Mio. € EU-Fördermittel für den Ausbau der benötigten Infrastruktur.

Welche regionalen Initiativen für Innovation und Nachhaltigkeit gibt es in der belgischen Chemie- und Biotechbranche?

Belgien fördert die Entwicklung seiner Chemie-, Biotech- und Cleantech-Sektoren über regionale Cluster. Dazu zählen BioWin in der Wallonie mit rund 250 Mitgliedern im Bereich Life Sciences, GreenWin mit 220 Mitgliedern und Investitionen von über 300 Mio. € in nachhaltige Projekte sowie Catalisti in Flandern, das Unternehmen, Universitäten und Forschungszentren im Bereich Chemie und Innovation vernetzt. Ergänzt werden diese Initiativen durch Cluster TWEED, das mehr als 200 Akteure aus dem Bereich erneuerbare Energien in Wallonien und Brüssel zusammenbringt.

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