Energiepreise wiegen schwer
Die Inflation in Belgien bleibt überdurchschnittlich hoch. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung L’Echo sind vor allem Energiepreise, strukturelle Besonderheiten und nationale Mechanismen dafür verantwortlich, dass die Teuerung stärker ausfällt als in vielen anderen Ländern der Eurozone.
- Der Artikel „Pourquoi l’inflation en Belgique est plus forte que dans la zone euro“ von der belgisch-frankophonen Zeitung "L'Echo" erläutert, dass die Inflation in Belgien derzeit deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone liegt.
Während sie im Euroraum bei rund 3–3,3 % liegt, erreicht sie in Belgien etwa 4 %.
- Hauptursache ist der erneute Anstieg der Energiepreise, der sich in Belgien stärker bemerkbar macht als in anderen Ländern wie Frankreich.
- Denn: Energie hat im belgischen Warenkorb (siehe Verbraucherpreisindex) ein größeres Gewicht als anderswo.
Haushalte in Belgien geben im Vergleich mehr für Energie aus, etwa für Transport und Heizung. Dadurch wirken sich steigende Preise für Gas, Strom und Treibstoffe stärker auf die Gesamtinflation aus. Zudem greift der Staat weniger stark regulierend ein als in Ländern wie Spanien oder Italien.
Besondere Berechnungsmethode
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Art, wie Inflation berechnet wird.
- In Belgien orientiert sich der Index stark an den Preisen neuer Energieverträge. Günstigere Altverträge werden kaum berücksichtigt.
- Dadurch reagieren die Zahlen schneller auf Preisschwankungen, was die Inflation kurzfristig höher erscheinen lässt.
Risiko durch automatische Indexierung
- Zusätzlich verstärke die automatische Lohnindexierung die Entwicklung, so l'Echo.
Steigende Preise führen zu höheren Löhnen, die wiederum Kosten und Preise antreiben können. Dies birgt das Risiko einer Inflationsspirale, wie sie bereits 2022 zu beobachten war.