Weltwirtschaft unter Druck
Der Krieg im Nahen Osten verschärft die globalen Unsicherheiten. Hohe Energiepreise und Lieferkettenstörungen belasten Unternehmen weltweit.
Umfrage zeigt eingetrübte Stimmung
Die DIHK veröffentlichte im Mai die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage World Business Outlook 2026. Über 4500 Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern weltweit beteiligten sich an der Befragung.
Geopolitische Konflikte treffen Exportwirtschaft
Der Konflikt im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus treffen exportierende Unternehmen weltweit hart: steigende Energiepreisen, gestörte Lieferketten und wachsende Unsicherheit bei der Nachfrage sind die größten Sorgen der Unternehmen.
Erwartungen brechen ein – Vorsicht nimmt zu
Die Folge: Die Konjunkturerwartungen global tätiger Unternehmen brechen deutlich ein, während Investitionen und Personalplanungen zunehmend vorsichtiger ausfallen. Gleichzeitig bewerten viele Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch als vergleichsweise stabil, doch die Erwartungen für die kommenden Monate haben sich spürbar eingetrübt.
Wesentliche Ergebnisse auf einen Blick
Konjunkturerwartungen im Minus
Konjunkturerwartungen
- 21 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer besseren Konjunktur (Herbst 2025: 26 Prozent)
- 32 Prozent erwarten eine Abschwächung (Herbst 2025: 24 Prozent)
- Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen sinkt von plus 2 auf minus 11 Punkte und liegt merklich unter dem Durchschnittswert von plus 1 Punkt
Geschäftslage bleibt stabil – aber unter Durchschnitt
Geschäftslage
- 39 Prozent der Unternehmen stufen ihre Geschäftslage als gut ein, 13 Prozent als schlecht
- Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen steigt von 25 auf 26 Punkte
- Die aktuelle Geschäftslage liegt weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt (33 Punkte)
Geschäftsausblick trübt sich ein
Geschäftserwartungen
- 43 Prozent rechnen mit besseren Geschäften (Herbst 2025: 44 Prozent)
- 15 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus (Herbst 2025: 10 Prozent)
- Der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen sinkt von 34 auf 28 Punkte und liegt wieder unter dem langjährigen Durchschnitt von 33 Punkten
Risiken nehmen deutlich zu
Geschäftsrisiken
- 46 Prozent nennen hohe Energiepreise
- 44 Prozent sehen Nachfragerisiken
- 40 Prozent sind besorgt wegen Lieferkettenstörungen (Herbst 2025: 20 Prozent) - Verdoppelung
- 37 Prozent nennen steigende Rohstoffpreise (Herbst 2025: 21 Prozent)
AHK debelux: Region bestätigt globalen Trend
Umfrage bei AHK debelux-Mitgliedern
Dieses Bild bestätigt sich auch bei der Befragung der AHK debelux-Mitglieder: Die Lage wird überwiegend als „befriedigend“ eingeschätzt, jedoch sind die Zukunftserwartungen deutlich gedämpft. Nur ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer Verbesserung, während bei der Konjunktur sogar die Mehrheit von einer Verschlechterung ausgeht. Die Unternehmen reagieren entsprechend zurückhaltend: Investitionen und Beschäftigung bleiben größtenteils stabil oder werden reduziert.