Statistisches Bundesamt korrigiert Zahlen nach unten
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 2. Quartal 2025 gegenüber dem 1. Quartal 2025 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,3 % gesunken. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, fiel der Rückgang der Wirtschaftsleistung damit um 0,2 Prozentpunkte stärker aus als in der Schnellmeldung vom 30. Juli 2025 berichtet.
Vor allem die Industrieproduktion entwickelte sich schlechter als zunächst angenommen. Im 1. Quartal 2025 war das BIP noch um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen, im 4. Quartal 2024 um 0,2 %.
Bruttowertschöpfung im Baugewerbe deutlich im Minus
Die preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttowertschöpfung war im 2. Quartal 2025 insgesamt um 0,2 % niedriger als im 1. Quartal 2025. Einen stärkeren Rückgang als in der BIP-Schnellmeldung angenommen verzeichnete das Baugewerbe mit -3,7 %, nachdem der Jahresauftakt aufgrund guter Witterungsbedingungen noch positiv ausgefallen war. Nach dem deutlichen Anstieg im 1. Quartal 2025 musste auch das Verarbeitende Gewerbe im 2. Quartal 2025 einen Rückschlag hinnehmen. Die Wirtschaftsleistung sank um 0,3 % zum Vorquartal und war damit ebenfalls schlechter als bei den ersten vorläufigen Ergebnissen vom 30. Juli 2025 angenommen. Dabei ging die Produktion in nahezu allen Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes zurück. Lediglich bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen sowie im Sonstigen Fahrzeugbau konnten gegenüber dem Vorquartal leichte Zuwächse verzeichnet werden. Während die Wertschöpfung im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe mit -0,6 % ebenfalls sank, blieb sie bei den öffentlichen Dienstleistern, Erziehung, Gesundheit (+0,1 %) sowie den sonstigen Dienstleistern (0,0 %) nahezu unverändert. Dagegen konnten der Bereich Information und Kommunikation und die Unternehmensdienstleister ihre wirtschaftliche Leistung im 2. Quartal 2025 jeweils um 0,5 % steigern.
Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gesunken
Im Vorjahresvergleich war das BIP im 2. Quartal 2025 preisbereinigt um 0,2 % niedriger als im 2. Quartal 2024, wobei im 2. Quartal 2025 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand. Preis- und kalenderbereinigt nahm die Wirtschaftsleistung daher gegenüber dem Vorjahresquartal um 0,2 % zu.
DIHK fordert schnellstmöglich Reformen
Die deutsche Wirtschaft steckt tiefer in der Krise, als viele wahrhaben wollen", warnt die DIHK-Hauptgeschäftsführerin, Dr. Helena Melnikov, in der Pressemitteilung der DIHK.
Produktivität muss schneller wachsen als Sozialausgaben
Als "erste positive Schritte" nennt Melnikov Investitionspakete und Impulse für Infrastruktur und Sicherheit. Die Abgabenlast muss sinken, der Beschleunigungspakt endlich in die Umsetzung, die Verwaltung modernisiert und der Fachkräftemangel entschlossen angegangen werden", zählt sie die wichtigsten Punkte auf.
"Entscheidend ist, dass Produktivität und Wirtschaftskraft schneller wachsen als die Sozialausgaben. Das gelingt nicht mit Steuererhöhungen, sondern nur mit Strukturreformen." In einer Lage, in der bereits Milliarden an neuen Schulden aufgenommen würden, seien "Steuererhöhungen das völlig falsche Signal", stellt Melnikov klar. "Schon die Diskussion darüber sorgt für einen erheblichen Vertrauensverlust in der Wirtschaft."