Wirtschaft und Sektoren

Belgien ist ein stark industrialisiertes, hoch entwickeltes, offenes Handelsland mit einem hohen Lebensstandard. Die Halbfertig- und Fertigwaren beherrschen den industriellen Sektor. Der Rohstoffsektor ist stark von Importen abhängig. International hat Belgien den höchsten Außenhandelsanteil am Bruttoinlandsprodukt. Im 19. Jahrhundert war Belgien das erste Land auf dem europäischen Kontinent, in dem sich die industrielle Revolution ankündigte. Die Revolution begann mit der Eisen- und Stahlindustrie in Wallonien, während in Flandern die Textil- und Bekleidungsindustrie dominierte. Trotz der wirtschaftlichen Krise in den 70er Jahren ist es dem Land durch eine gezielte Förderungspolitik gelungen, eine Diversifizierung zu erreichen und ausländische Investoren zu gewinnen. Seit dieser Zeit haben sich rund 14.000 ausländische Betriebe, darunter viele Weltkonzerne, in Belgien nieder gelassen. Heutzutage sind über 30% der belgischen Firmen in ausländischem Besitz. Der Energiesektor beispielsweise ist französisch dominiert, während der Bankensektor in niederländischer Hand liegt. Die Entscheidung für eine Investition in Belgien hat nicht nur steuerliche Anreize, sondern wird auch durch die zentrale Lage, die erstklassige Infrastruktur, die gut ausgebauten Hafenanlagen (z.B. Antwerpen, Zeebrügge, Lüttich), das hohe u. a. durch die Mehrsprachigkeit bedingte Ausbildungsniveau, die politische Stabilität und die zahlreichen internationalen Institutionen in Brüssel positiv beeinflusst. Der Industriesektor setzt sich hauptsächlich aus folgenden Zweigen zusammen:

  • Eisen und Stahl
  • Metallverarbeitung (inkl. Automobilproduktion)
  • Textilien
  • Lebensmittel
  • Glas
  • NE-Metalle
  • Diamanten


Die Gründung zahlreicher Technologieparks und eine gezielte Forschungsförderung hat zur Gründung von immer mehr Unternehmen, vor allem Klein- und Mittelbetrieben, in den folgenden Bereichen geführt:

  • Spitzentechnologie
  • Telekommunikation
  • Software
  • Pharma
  • Mikroelektronik
  • Biotechnologie


Der Dienstleistungssektor trägt jedoch zu mehr als Zweidritteln zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die folgenden Sektoren sind besonders hoch entwickelt:

  • Transport
  • Finanzen
  • Kommunikation
  • Messe- und Kongresswesen
  • Internationaler Handel

Quellen: Statistisches Landesamt, Belgische Nationalbank, Eurostat, bfai, AWO, DIHK, Sparkasse Finanzgruppe Bild: Hafen Antwerpen