Wachstumskurs setzt sich fort

Die am 3. Mai von der EU-Kommission veröffentlichte Konjunkturprognose fiel trotz Risikofaktoren auf den Weltmärkten positiv aus.

Für die deutsche Wirtschaft erwartet die EU ein Wachstum von 2,3%. Hierfür solle vor allem die Binnenkonjunktur und ein starker Außenhandel verantwortlich sein, so die Kommission. Das Wachstum trage u. a. zu einem Haushaltsüberschuss bei, was wiederum zu einer sinkenden Staatsverschuldung führe. Der private Konsum wächst insbesondere durch einen Anstieg der Reallöhne. Die Unternehmensinvestitionen sind ebenfalls robust. Zwar seien die Importe gewachsen, aber der Handelsbilanzüberschuss bleibe dennoch hoch.

Belgiens Reformen zahlen sich aus

Für Belgien rechnet die europäische Kommission 2018 mit einem BIP-Wachstum von 1,8%. Begründet wird diese leichte Steigerung mit den verbesserten Arbeitsmarkt- und Investitionsbedingungen. Beispielsweise unterstützen u.a. die wachsende Beschäftigung und der Anstieg des Reallohns die Binnennachfrage und sorgen so für das wirtschaftliche Wachstum. Das Staatshaushaltsdefizit bleibe in den nächsten Jahren stabil, was erlauben werde die öffentliche Verschuldung zu reduzieren. Die Inflation wird sich laut der EU stabilisieren und sich so wieder auf europäischem Durchschnitt einpendeln.

Luxemburg wieder auf Kurs

Nach einem unerwarteten Rückgang im Vorjahr erwartet die Kommission 2018 ein BIP-Wachstum von 3,7% für Luxemburg. Dies wird vor allem mit der robusten Binnennachfrage und den hohen Dienstleistungsexporten begründet. Kontinuierliche Arbeitsplatzschaffung und ein anhaltender Rückgang der Arbeitslosigkeit sorgen laut der Kommission weiterhin für einen starken Arbeitsmarkt. Auch die Inflationsrate werde laut der Kommission auf einen Wert von 1,5% sinken. Der Haushaltsüberschuss bleibe trotz Abnahme dennoch im positiven Bereich und eine sinkende Staatsverschuldung wird erwartet.

Haushalt und Schuldenstand 2017

Weniger erfreulich lesen sich die Daten aus der Eurostat-Veröffentlichung zu Defizit und Schuldenstand 2017 vom 23. April. Zumindest was die Verschuldungsquoten Belgiens und Deutschlands betrifft. Sie beziffert das Verhältnis zwischen öffentlichen Schuldenstand und BIP. Luxemburg lag 2017 mit 23% erneut auf dem zweitbesten Platz in der EU. Deutschlands Schuldenquote beträgt 64,1% und Belgiens Schuldenbestand von 103,1% zählt mit zu den höchsten Werten der EU.

Luxemburg wies 2017 zudem mit 1,5% des BIP den viertgrößten Haushaltsüberschuss im europäischen Vergleich auf. Deutschland folgt mit 1,3% auf dem fünften Platz. Belgien verzeichnete ein Haushaltsdefizit von 1% und liegt damit im Durchschnitt der EU-28 und leicht über den Euroländern.

Den gesamten europäischen Durchschnitt betrachtend, konnte 2017 das öffentliche Defizit (Eurozone 0,9%, EU28 1,0%) und der öffentliche Schuldenbestand (Eurozone 86,7%, EU28 81,6%) im Vergleich zum Vorjahr gesenkt werden.

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