Verkehrsströme zwischen Hafen Antwerpen und Mittel- und Osteuropa steigen

Die Verkehrsströme zwischen dem belgischen Hafen Antwerpen und dem Hinterlandmarkt in Österreich und Ungarn steigen. 2017 betrug der Gesamtumschlag allein für Österreich rund 3,5 Mio. Tonnen und konnte somit ein Wachstum von über 14 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Entsprechend werden auch die Hinterlandverbindungen insbesondere auf der Schiene ausgebaut. Seit 2015 wurden die Schienendienste nach Österreich von einem auf aktuell drei ausgebaut sowie zwei regelmäßige Bahnverbindungen nach Ungarn eingerichtet. Im Rahmen einer Hafenveranstaltung bei Wien haben am 27. September führende Vertreter der Antwerpener Hafenwirtschaft über die Weiterentwicklung der Verkehre mit Österreich und Ungarn informiert.

Aufgrund seiner zentralen Lage bietet Antwerpen gute Voraussetzungen für den Vor- und Nachlauf internationaler Güterströme und ist bereits heute ein wichtiger Import- und Exporthafen für die österreichische und osteuropäische Industrie. So hat gerade der intermodale Netzwerkbetreiber Hupac eine neue Linien-Verbindung zwischen Antwerpen, Wien und Budapest mit zwei Rundläufen pro Woche in sein Netzwerk aufgenommen. Weitere intermodale Anbieter auf diesen Relationen sind Rail Cargo Logistics Austria in Zusammenarbeit mit Rail&Sea, Lineas Intermodal und Kombiverkehr, die Österreich und Ungarn mit wichtigen Überseedestinationen via Antwerpen verbinden.

„Das wachsende intermodale Angebot zwischen Antwerpen und Mittel- und Osteuropa ist eine sehr erfreuliche Entwicklung für die Verlader in Österreich und Ungarn“ sagt Walter Holzhammer, Hafenrepräsentant für Österreich und Ungarn der Antwerp Port Authority. Befördert werden dabei beispielsweise Stahl, Maschinen, Kräne, Eisenbahnwagen und Windgeneratoren, chemische und petrochemische Produkte, Container sowie Güter der Automobilindustrie – mit steigender Tendenz. Insgesamt positioniert sich Antwerpen damit in der österreichischen Seehafenbilanz auf Rang 4 hinter Koper, Rotterdam und Hamburg. Bereits heute laufen 15 Prozent des gesamten österreichischen Seehafentransitverkehrs über den belgischen Hafen.

Luc Arnouts, Direktor Internationale Netzwerke des Hafen Antwerpen, ergänzt: „Für die kommenden Jahre rechnen wir mit einem signifikanten Anstieg der Güterströme aus Österreich und Ungarn. Deshalb müssen wir die Etablierung von zusätzlichen regelmäßigen Transportverbindungen weiter vorantreiben, um dieses Wachstum bewältigen zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei intermodale Transport-Lösungen sowie der Aufbau von regionalen Drehscheiben und Konsolidierungszentren. Dort können Güterverkehre aus Österreich und Ungarn effizient gebündelt werden.“ Der Hafen Antwerpen setzt dabei verstärkt auf den Schienenverkehr, ist aber auch per Wasserstraße bestens angebunden. So sind per Binnenschiff wichtige europäische Inlandterminals wie Duisburg, Ludwigshafen, Regensburg und Basel erreichbar. Über die Donau können die österreichischen Binnenhäfen Linz, Enns, Krems und Wien angelaufen werden.

Die Antwerp Port Authority setzt nicht nur im Hinterland auf die nachhaltige Verkehrsverlagerung auf Bahn und Binnenschiff, sondern auch bei Verkehren innerhalb des Hafens. Der Anteil der Bahn etwa soll hier von aktuell sieben auf 15 Prozent in den kommenden fünf Jahren verdoppelt werden. Aktuell werden zu diesem Zweck bereits Gespräche mit dem belgischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen Infrabel geführt, um ein neues Managementmodell für die Schieneninfrastruktur im Hafen zu entwickeln und damit den Schienenverkehr flexibler und effizienter zu gestalten.

Als zweitgrößter Hafen Europas ist der Hafen Antwerpen eine wichtige Lebensader für die belgische Wirtschaft: Mehr als 300 Liniendienste zu mehr als 800 Destinationen gewährleisten die weltweite Anbindung. Der Hafen Antwerpen schlägt jährlich rund 224 Millionen Tonnen internationale Seefracht um und beherbergt den größten integrierten (Petro-)Chemiecluster Europas. Der Hafen Antwerpen schafft direkt und indirekt insgesamt rund 143.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von fast 20 Milliarden Euro.

Getreu ihrer Mission „Heimathafen für eine nachhaltige Zukunft" reagiert die Antwerp Port Authority flexibel auf die rasanten Entwicklungen im maritimen Markt, damit der Hafen seine führende Rolle als Welthafen ausbauen kann. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kooperation, hoher Anpassungsfähigkeit, einem starken Fokus auf Innovation und Digitalisierung sowie auf nachhaltiger Wertschöpfung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.

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