Das belgische Wirtschaftswachstum lässt allmählich nach

Die Belgische Nationalbank (BNB) meldete Ende letzten Jahres, dass aufgrund sinkender Exporte und sich normalisierender Unternehmensinvestitionen das Wirtschaftswachstum in Belgien allmählich zurückgehen werde. Das derzeit recht geringe Haushaltsdefizit wird sich in den kommenden Jahren ebenso verschlechtern. Genau wie die Inflation, die dieses Jahr ihren Höhepunkt erreicht und danach sinken wird.

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Das Wachstum in diesem Jahr liege wie zuvor prognostiziert bei 1,5%, so die BNB. Die Prognosen für 2019 wurden jedoch aufgrund der etwas geringeren Dynamik der Inlandsausgaben wieder leicht nach unten korrigiert. Die Beschäftigung im Inland würde sich somit über den gesamten Projektionszeitraum um 150.000 erhöhen. Das immer noch recht kräftige Beschäftigungswachstum schwächt sich jedoch allmählich ab. Die weiter steigenden Arbeitskosten werden es außerdem immer schwieriger machen, offene Stellen zu besetzen. Die Arbeitslosenquote erreicht den niedrigsten Stand seit 2001. Da sich der neue Anstieg der Erwerbsbevölkerung mehr oder weniger gleichzeitig mit der Schaffung von Arbeitsplätzen entwickelt, bleibt die Arbeitslosenquote über den gesamten Projektionszeitraum äußerst niedrig.

Die Inflation wird in diesem Jahr bei 2,4% liegen und dann entsprechend der Energiepreisentwicklung abnehmen. Für 2021 wird geschätzt, dass die Inflation um 0,6% auf 1,8% sinken wird. Das Haushaltsdefizit wird 2018 auf 0,8% des BIP sinken. Dies ist wiederum im Wesentlichen auf den Anstieg der Vorauszahlungen der Unternehmen aufgrund des weiter gestiegenen Steuersatzes zurückzuführen, wenn diese Vorauszahlungen nicht ausreichen. Dabei handelt es sich jedoch um einen vorübergehenden Faktor, der zu einer niedrigeren Bewertung bei der Körperschaftsteuer führt. Es ist zu beachten, dass Schätzungen der exakten Größe dieses temporären Effekts unsicher sind. In diesem Zusammenhang ist die Schätzung der Europäischen Kommission und des Bundesbudgets geringer als die der Bank.

In Anbetracht dessen und trotz des weiteren Rückgangs der Zinszahlungen für die Verschuldung wird sich das Haushaltsdefizit im Projektionszeitraum wieder verschlechtern und am Ende dieses Zeitraums 2,0% des BIP erreichen. Die Staatsverschuldung wird zwar sinken, jedoch bis 2021 höher als das BIP sein.

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