Belgiens Verschuldung sinkt unter 100% des BIP

Laut Europäischer Kommission wird die belgische Schuldenquote im nächsten Jahr unter die 100-Prozent-Schwelle fallen.

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Das Haushaltsdefizit würde 1,1% oder etwa 5 Milliarden Euro betragen, berichtet die EU-Kommission weiter in ihrer Konjunkturperspektive für diesen Winter. Mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5% befindet sich Belgien allerdings deutlich unter dem europäischen Durchschnitt (1,9% in der Eurozone und 2% in der EU27). Dennoch fallen die Prognosen der Kommission für Belgien positiver aus als im Frühjahr.

Der Anstieg des Haushaltsdefizit von -1,0% im Jahr 2018 auf -1,1% im Jahr 2019 hat damit zu tun, dass die Steuervorteile im Rahmen des tax shifts nicht vollständig kompensiert werden. Finanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) sieht das positiv in der Zeitung HLN: “Wir kommen von einem Defizit von 3%, wir haben also bereits 2/3 der Arbeit hinter uns gebracht. Die Regierung hat sich nicht für den einfachsten Weg entschieden, denn gleichzeitig haben wir die Steuerlast verringert und Reformen in den Bereichen Steuern, Renten und Arbeitsmarkt durchgeführt.“

Nach Ansicht der Kommission sinkt die Schuldenquote 2019 auf 99,8% gegenüber 101,4 Prozent in diesem Jahr, 2020 dann auf 98,7%. Die Inflation werde 2019 2,1% und die Arbeitslosenquote 6,1% betragen.

„Die Reformen belasten das Wachstum, da auch die Staatsausgaben zum Bruttoinlandsprodukt gehören“, erklärt Van Overtveldt hierzu. „Wir tun jetzt, was vor zehn Jahren hätte passieren sollen. Langfristig werden wir die Vorteile nutzen. Darüber hinaus haben andere Mitgliedstaaten in der Krise viel stärker gelitten. Die Tatsache, dass das Wachstum in diesen Mitgliedstaaten höher ist, ist logisch.“

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