Cybersicherheit: Wachstumsbranche in Luxemburg

Eine aktuelle Studie identifiziert 304 luxemburgische Unternehmen, die mindestens einen Cybersicherheitsdienst oder eine Cybersicherheitslösung anbieten.

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Der stellvertretenden Premierminister und Wirtschaftsminister Étienne Schneider erklärte anlässlich der Eröffnung der 3. Luxemburger Woche der Cybersicherheit am 14. Oktober 2019: „Durch unsere bisherigen Bemühungen konnten wir Luxemburg auf internationaler Ebene zu einem sicheren Hafen für Daten machen, der die Attraktivität des Landes für die Wirtschaft weiter gesteigert hat.“ Dies sei gerade für den Finanzplatz Luxemburg von großer Wichtigkeit.

Cybersicherheit ist eine Schlüsselkomponente in den Bemühungen des Landes, alle Aspekte der Digitalisierung voranzutreiben und sich zu einer Datenwirtschaft zu entwickeln, meldet die Agentur Luxinnovation in ihrer Pressemitteilung. Das Großherzogtum verfüge bereits über ein solides Fundament auf dem Gebiet. Im Jahr 2018 belegte Luxemburg im Global Cybersecurity Index den 11. Platz. Hier befindet sich die erste von Estland eröffnete Datenbotschaft der Welt. Die nationalen Strategie für Cybersicherheit gebe nun den Ton für die Entwicklungen 2020 an.

Die gesamte Wertschöpfungskette abdecken

Der Strategie liegt ein Sektor-Mapping zugrunde, das ein dynamisches und wachsendes Ökosystem im Bereich Cyberwirtschaft abbildet. In der Kartierung wurden 304 luxemburgische Unternehmen identifiziert, die mindestens einen Cybersicherheitsdienst oder eine Cybersicherheitslösung anbieten. Diese Zahl umfasst sowohl hochspezialisierte Dienstleister als auch Unternehmen wie IT-Berater, Rechtsanwälte und Versicherungsunternehmen, deren Serviceangebot einen Cybersicherheitsaspekt umfasst. Die Unternehmen bieten ein diversifiziertes Lösungsportfolio, einschließlich Lösungen für jede Stufe der Wertschöpfungskette des Cyber-Risikomanagements. Der Schwerpunkt liegt auf der Risikoidentifikation und dem Systemschutz. Die sieben am häufigsten angebotenen Arten von Diensten, die 60% des nationalen Marktes ausmachen, sind Governance, Risiko und Compliance, Identitäts- und Zugriffsverwaltung, Datensicherheit, Anlagenmanagement, Durchdringungstests, Sicherung und Speicherung, und Bewusstsein und Training.

Cybersicherheit als Kerngeschäft

Fast ein Viertel der kartierten Unternehmen hat Cybersicherheit als Kerngeschäft. „Diese Unternehmen beschäftigen durchschnittlich 13 Mitarbeiter und insgesamt fast 1.000 Mitarbeiter, was ihre Bedeutung für das Ökosystem zeigt“, sagte Sasha Baillie, CEO von Luxinnovation. Rund 20% der Unternehmen im Ökosystem sind Start-ups, die vor weniger als fünf Jahren gegründet wurden. 24 der Start-ups haben Cybersicherheit als Kerngeschäft. Ihr Fokus liegt hauptsächlich auf dem Identitäts- und Zugriffsmanagement. Governance, Risiko und Compliance und Verschlüsselung. 57% der Start-ups werden oder wurden von einem Luxemburger Inkubator betreut.

Neues Fachwissen willkommen

„Durch die positive Entwicklung des nationalen Ökosystems für Cybersicherheit kann Luxemburg die Chancen der Digitalisierung voll ausschöpfen und gleichzeitig auf die Risiken reagieren, die sich aus einer stetig zunehmenden Konnektivität ergeben“, sagte Wirtschaftsminister Schneider in seiner Stellungnahme zu Kartierung. Das Mapping wurde von der nationalen Innovationsagentur Luxinnovation in enger Zusammenarbeit mit der nationalen Plattform SECURITYMADEIN.LU erstellt. „Wir kennen die wichtigsten Cybersicherheitsunternehmen in Luxemburg offensichtlich gut. SECURITYMADEIN.LU benötigte jedoch einen besseren Überblick über das gesamte Ökosystem, einschließlich derer, die Cybersicherheit als Nebentätigkeit haben“, sagt Sara Bouchon, die das Market Intelligence-Team von Luxinnovation leitet. Die Ergebnisse ermöglichen es Luxinnovation auch, sein Serviceangebot zu verbessern, insbesondere im Kontext des Luxemburger IKT-Clusters und des Digital Innovation Hub.

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