Luxemburg schafft gesetzlichen Rahmen für Asteroiden-Bergbau

14.11.16

Foto: spaceresources.lu

Luxemburg hat als erstes Land in Europa ein Gesetz erarbeitet, das Firmen beim Abbau von außerirdischen Bodenschätzen Rechtssicherheit gibt. Wie das Luxemburger Tageblatt berichtet, soll das "Gesetz zur Erforschung und Nutzung von Weltraumressourcen" Investoren Rechtssicherheit über das Eigentum an Material aus dem All geben und so Unternehmen anlocken.

Im Vorbericht der dpa war zu lesen: Das kleine Luxemburg denkt ganz groß. Es will mit dem Abbau kostbarer Bodenschätze auf Asteroiden zu Europas Top-Weltraumnation werden. Und auch weltweit vorne mitspielen. Die beiden Hauptakteure auf dem Markt sind schon da: Die US-Unternehmen Deep Space Industries (DSI) und Planetary Resources (PR) haben ihre Europa-Niederlassungen in Luxemburg eröffnet. Alle meinen es ernst: Seit kurzem ist der luxemburgische Staat Teilhaber am PR-Mutterhaus in den USA.

Die vom kleinen EU-Staat ins Leben gerufene Initiative "Space Resources" will Rohstoffe von erdnahen Himmelskörpern – Metalle und Mineralien, aber auch Wasser – abbauen. Sie sollen vor allem im All für die Raumfahrt genutzt werden und eine "neue Weltraumindustrie" möglich machen. Beispielsweise hofft man, Wasserstoff und Sauerstoff als Treibstoff für Raumfahrzeuge im All gewinnen oder Astronauten mit auf Asteroiden gefundenem Wasser versorgen zu können.

Die Weltall-Bergleute begeben sich bei ihrer Mission nicht nur technisch, sondern auch juristisch auf weitgehend unbekanntes Terrain. Bisher gibt es nur den Weltraumvertrag der UNO von 1967 – als Asteroiden-Bergbau noch "Science Fiction" war. Darin steht, dass sich kein Land die Rechte an Himmelskörpern sichern darf; dass aber die zivile Nutzung des Weltraums und Forschung erlaubt sind.

Die Luxemburger haben natürlich keine Besitzansprüche im All. Die wirtschaftliche Nutzung der Asteroiden sei mit der Hochseefischerei in internationalen Gewässern zu vergleichen. "Das Meer gehört ja niemandem, aber die auf Deck gezogenen Fische schon", sagt der Ministeriumssprecher. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" – diese Regel gelte auch im Weltraum.