Gedämpfte Stimmung in der Industrie

14.02.17

Photo: Fotolia \ Kurt Kleemann

Das verarbeitende Gewerbe schätzt seine Lage und seine Entwicklungsperspektiven zurückhaltender ein als die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen. Dar ergab eine Umfrage des DIHK unter 6000 Produktionsbetrieben.

Die Umfrage des DIHK zeigte insgesamt eine positive Entwicklung der deutschen Binnenwirtschaft. Jedoch könne die Industrie daran nur bedingt teilhaben: „Während Baugewerbe und Dienstleister ihre Geschäftslage so gut wie noch nie einschätzen, bleibt die Stimmung in der Industrie gedämpft“, so Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK.

Die deutschen Exporte entwickeln sich im Moment eher verhalten, auch wenn sie durch die deutliche Aufwertung des US-Dollars billiger geworden seien. Laut Treier sei dies auf eine allgemeine Schwächephase des Welthandels zurückzuführen, „die ihre Ursachen im aufkeimenden Protektionismus und in einer recht mageren Weltkonjunktur hat“. Die Auswirkungen dieses Status quo äußern sich je nach Sektor jedoch unterschiedlich. Zum Beispiel sind der Fahrzeug- und der Maschinenbau besonders betroffen, während die Bauindustrie seine Lage als besonders positiv bewertet.

Besonders groß seien die Sorgen um die Nachfrage bei den Investitionsgüterherstellern, berichtete Treier, da die Investitionen in Fahrzeuge, Maschine und Anlagen abgenommen haben. Aber auch Änderungen des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stellten eine Belastung für die Industrie dar: Unternehmen mit Stromverbräuchen über einer Gigawattstunde müssten "zunehmend tiefer in die Tasche greifen, um ihre Stromrechnung zu bezahlen – Geld das für Investitionen fehlt", gab Treier zu bedenken. Es gab jedoch nicht nur schlechte Nachrichten. Treier sieht in den Beschäftigungsplänen im verarbeitenden Gewerbe eine positive Überraschung. Die Industrie habe in den letzten fünf Jahren bereits 350 000 Arbeitsplätze geschaffen und 2017 dürften 30 000 weitere Stellen hinzukommen.