Geschichtlicher Überblick

Ab dem Jahre 57 v. Chr. wurde das heutige Staatsgebiet Belgiens (Gallia Belgica) über fünfhundert Jahre hinweg von den Römern regiert.
Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde es nacheinander von den Franken, dem Reich Karl des Großen, den Burgundern, den Spaniern, den Österreichern, den Franzosen und den Niederlanden beherrscht.
Erst im Jahre 1830, nach einer Revolte gegen König Wilhelm der Niederlande, erhielt Belgien seine Unabhängigkeit und ein Jahr darauf wurde Leopold I. von Sachsen-Coburg zum ersten König Belgiens ernannt.
Im 19. Jahrhundert war es das erste industrialisierte Land auf dem europäischen Kontinent und stieg zwischen 1908 und 1960 mit Belgisch-Kongo zu einer der Kolonialmächte Europas auf.
Die belgische Innenpolitik hatte seit jeher unter starken Sprach- und Kulturspannungen zu leiden. In diesem zentralistischen Staat dominierte anfangs das bereits industrialisierte, Französisch sprachige Wallonien gegenüber dem landwirtschaftlich geprägten, Niederländisch sprachigen Flandern.
Als jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Kohle- und Stahlindustrie im wallonischen Süden des Landes an Wirtschaftskraft verlor, richtete sich Flandern gleichzeitig zu einer Region mit einer florierenden Leichtindustrie aus.
Aber erst durch grundsätzliche Verfassungsänderungen von 1970 (Sprachgemeinschaften), 1980 (Regionen) und 1993 (Föderalisierung) entwickelte sich Belgien nach und nach zu einem föderalistisch organisierten Staat.
Quellen: Statistisches Landesamt, Belgische Nationalbank, Eurostat, bfai, AWO, DIHK, Sparkasse Finanzgruppe Bild: Google Images