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debelux mag 5_2012

27 debelux magazine #5 Oktober - Octobre 2012 Interview Amtswechsel in Berlin und Luxemburg Die Botschaft Deutschlands in Luxemburg und die luxemburgische Botschaft in Berlin haben im Sommer bzw. Spätsommer neue Chefs be- kommen. Seit Juli ist Christine Gläser Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland im Großherzogtum Luxemburg, wo sie den in Ruhestand ge- tretenen Dr. Hubertus Morr ablöste. Georges Santer folgte im September auf Botschafterin Martine Schommer, die nach vier Jahren Berlin nach Luxemburg ins Auswärtige Amt zurückkehrte. Debelux magazine sprach mit den beiden Botschaftern über ihren Amts- antritt. Herr Santer, sind Sie in ihrer Laufbahn das erste Mal in Deutschland tätig. Welche Erwartungen haben Sie an ihre Wahlheimat Berlin? Die Botschaft in Berlin war nach der Tätigkeit in Frankreich mein ab- soluter Wunschposten. Ich freue mich auf Berlin, eine alt-junge Hauptstadt, in der Tradition und Kreativität zusammen kommen. Eine Stadt, welche von Energie überströmt und deshalb ganz besonders bei den jungen Leuten beliebt ist. Ich werde dieses Lebenselixier in vollen Zügen genießen. Berlin ist heute – ohne in falsche Schmeicheleien zu verfallen – einer der groß- en Kunst- und Kulturmetropolen der Welt. Ein fabelhafter Ausgleich für ein ansonsten eher stressvolles Berufsleben. Frau Gläser, wie haben Sie sich in Luxemburg bereits eingelebt? Ich bin bereits am 11. Juli in Luxemburg angekommen, darf aber erst seit dem 20. September offiziell auftreten. Am 19. September hat mich der Großherzog zur Übergabe meines Beglaubigungsschreibens emp- fangen. In der Zwischenzeit (unterbrochen von Urlaub und Teilnahme an der Botschafterkonferenz in Berlin) hatte ich Zeit, ein bisschen mit der Stadt und ihren Bewohnern vertraut zu werden. Im Übrigen hat mich meine erste Dienstreise zur AHK debelux nach Brüssel geführt. Herr Santer, die deutsch-luxemburgischen Beziehungen sind sehr eng und vertraut. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Herausforderungen für ihre Amtszeit? Luxemburg als Gründungsmitglied der Europäischen Union ist über- zeugt, dass wir einen neuen Schub an Integration brauchen. Im poli- tischen Einigungsprozess, den wir möglichst zu 27 gestalten wollen, möchte mein Land immer unter den treibenden Kräften zu finden sein. Insofern ist der Kontakt mit den Amtsträgern und den Verwaltungen der Bundesrepublik ein ständiges Anliegen. Punktuell sind in den konkreten bilateralen Beziehungen einige Dos- siers verbesserungswürdig. Die Großregion – ursprünglich Saar-Lor- Lux - muss noch enger zusammen wachsen. Meine ersten Besuche in den Bundesländern werden ganz natürlich Mainz und Saarbrücken gelten. Luxemburg ist heute ein sehr großer Arbeitgeber in der Großregion, die sich in weiten Gebieten durch strukturelle Schwächen auszeich- net. Weil dem so ist, würde ich mir des Öfteren etwas mehr Verständ- nis und Entgegenkommen der Bundesrepublik wünschen, besonders im Transportwesen. Deutschland ist Luxemburgs größter Warenabnehmer. Welche Schwer- punkte haben Sie sich gesetzt beim Thema Wirtschaftsbeziehungen? Die Botschaft arbeitet eng mit dem luxemburgischen Tourismusbüro zusammen und in ihren Strukturen sind eine Kultur- und eine Wirt- schaftsabteilung integriert. In keiner unserer traditionellen Botschaf- ten kommt der Wirtschaftsförderung eine dermaßen große Rolle zu. Als kleines Land können wir nur in einigen bestimmten Bereichen führend sein und hier können wir uns als Partner anbieten. Dass deutsche Forschungsinstitute – etwa das Max-Planck-Institut - sich in Luxemburg niederlassen, zeigt vom Vertrauen für die Leistungen der einheimischen Forschungsszene. Mit der Initiative zur Gründung eines luxemburgischen Business-Clubs in Deutschland gibt es nun ein zusätzliches Instrument um dieses Netzwerk stimulierend zu fördern. Frau Gläser, was sind Ihre Schwerpunkte beim Thema Wirtschaftsbeziehungen? Beziehungen sind nie so gut, dass sie nicht noch verbessert werden könnten. Das gilt auch für die deutsch-luxemburgischen Wirtschafts- beziehungen. Die Botschaft steht dabei gerne als Ansprechpartner und Mittler für alle Akteure auf dem Gebiet der Wirtschaft bereit. Um den Wirtschaftsbeziehungen in Luxemburg eine größere Sichtbarkeit zu verleihen, sollen die während der vergangenen Jahre durchgeführten deutsch-luxemburgischen Wirtschaftskonferenzen zu aktuellen The- men auch künftig fortgesetzt werden. Eine ungekürzte Version des Interviews lesen Sie auf den Webseiten der AHK debelux, http://debelux.ahk.de. Georges SanterChristine Gläser

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